Zuerst konfrontiere ich Sie mit einigen unumstößlichen Fakten:
1. Ihr Bewegungsvermögen entspricht Ihrem Denkvermögen.
2. Ihre Beweglichkeit hängt von Ihrer Körperstruktur ab.
3. Ändert man die Körperstruktur, ändert sich Punkt 2 und infolgedessen Punkt 1.
Was passiert, wenn man verhindert, dass Babies sich bewegen können
und man bei ihnen jeglichen motorischen Reiz unterdrückt? Sie bleiben schwachsinnig. Jahrelang glaubte man, je mehr sich im Kindesalter das Gehirn entwickelt und vernetzt, umso größer sind unsere Bewegungsmöglichkeiten. Mittlerweile ist man auch hier etwas schlauer und weiß: Bewegung kommt nicht nur vom Kopf, nur durch Bewegung entwickelt sich auch der Kopf.
Denn die stärkste Anregung zum Verschalten von Synapsen und zum Ausschütten von nervenzellerhaltenden Faktoren sind komplexe Ganzkörperbewegungen. Hierzu gehören vor allem Bewegungen, die die Geschicklichkeit fördern. Dadurch werden mehrere Hirnareale überdurchschnittlich beansprucht. Gleichzeitig werden nervenzellschützende Faktoren ausgeschüttet, welche die Verschaltung und Erhaltung der neuen neuronalen Strukturen gewährleisten. Das bedeutet: Diese nervenzellschützenden Faktoren fördern die weitere Synapsenbildung sowie das Aussprossen der Nervenverästelungen und den Nervenstoffwechsel. Die dadurch neu entstehenden Vernetzungen der Nervenzellen untereinander bilden die Grundlage für das menschliche Denken.
Während die meisten Menschen immer noch glauben, unser Gehirn wäre ein Computer, der sich weder verändern und erst recht nicht vergrößern lässt, weiß die Wissenschaft es schon lange besser. Denn eines gilt als sicher: Tag für Tag kommen im Hippocampus, einer Region, die für das Lernen und die räumliche Orientierung sehr wichtig ist, beim Erwachsenen einige tausend Nervenzellen hinzu. Im Vergleich zu den etwa hundert Milliarden Neuronen, aus denen das Gehirn besteht, mag die Zahl der Novizen gering und unerheblich erscheinen. Dafür jedoch verfügen die Nachwuchszellen noch über eine Erregbarkeit, die den alteingesessenen Neuronen längst abhanden gekommen ist. Wie der Berliner Hirnforscher Kempermann herausfand, genügen bereits wenige neugebildete Zellen, um die Netzwerkarchitektur des Gehirns grundlegend zu verändern.
Wer beispielsweise im Erwachsenenalter mit dem Jonglieren beginnt, der lässt sein Gehirn dadurch gezielt wachsen - das haben Neurologen aus Jena und Regensburg als Erste entdeckt und 2004 in der Fachzeitschrift „Nature“ beschrieben. Die Wissenschaftler ließen im Durchschnitt 22 Jahre alte Menschen drei Monate lang das Jonglieren lernen. Die zwölf geschicktesten Kandidaten konnten am Ende drei Bälle mindestens eine Minute lang in der Luft halten. Ihre Gehirne wurden per Kernspin durchleuchtet, und zwar vor dem Training, direkt danach und nach einer drei Monate langen Jonglierpause. Als Vergleich dienten die Gehirne untrainierter Probanden. Nach drei Monaten, so zeigte sich, hatten sich die Jongleur-Gehirne beidseitig an den Seitenlappen verändert. Im sogenannten intraparietalen Sulcus, der auf die Wahrnehmung von Objekten spezialisiert ist, war eine deutliche Vergrößerung zu erkennen. Nach einer längeren Trainingspause bildete sich die Vergrößerung nur teilweise zurück.
Es waren auch Kempermann und Hans-Georg Kuhn, die den segensreichen Effekt von Bewegung und Lernen vor zehn Jahren im Labor von Fred Gage am Salk Institute for Biological Studies im kalifornischen La Jolla entdeckten. Sie hielten erwachsene Mäuse in einer abwechslungsreichen Umgebung mit Tunneln, Laufrädern und vielerlei Spielzeugen. Die spätere Beschau ihrer Gehirne ergab: Diese Tiere hatten deutlich mehr Nervenzellen ausgebildet als Artgenossen, die in übliche kleine Laborkäfige gezwängt vor sich hin vegetiert hatten. Die abwechslungsreiche Umgebung und die komplexen Bewegungen formten offenbar komplexe Gehirne.
Um neue Neuronen wachsen zu lassen und immer wieder neue Vernetzungen zu schaffen, damit Sie eingeschliffene Bewegungs- und Denkmuster verlassen können, sind zwei Dinge essenziell. Erstens müssen Sie völlig neue Bewegungen lernen und zweitens vor allem Bewegungen, die Ihre Geschicklichkeit erhöhen. Das stimuliert überdurchschnittlich Ihr Nervensystem, regt das Wachstum neuer Hirnzellen an und schafft neue Verknüpfungen im Gehirn. Hier sehen wir Parallelen zur frühkindlichen Entwicklung. Die Verknüpfung von Neuronen mit einer daraus resultierenden gesteigerten Denkfähigkeit ist abhängig von einem sich stetig steigernden, geschickten Umgang (kriechen - krabbeln - aufrecht gehen) mit dem eigenen Körper.
Joggen kann beispielsweise sehr befriedigend sein. Doch auch beim Joggen haben Sie nichts Neues gelernt. Sie setzen nur in einer höheren Gangart ein Bein vor das andere. Das tun Sie, mehr oder weniger, schon den ganzen Tag. Auch wenn wir dieses Bewegungsmuster auf einen Stahlrahmen mit Gummischeiben übertragen, bleibt es genau das gleiche Bewegungsmuster. Nur nennen wir es dann Rad fahren. Gerade im Sport finden wir unzählige Sportarten, die nach den immer gleichen Bewegungsmustern verlangen. Das macht uns nicht wirklich klüger und erst recht nicht langfristig beweglicher oder gar gesünder. Im Gegenteil: Es macht überhaupt keinen Unterschied, ob man in der immer gleichen Art auf das Sofa klettert um auf drei Metern fern zu sehen ;-) oder ob man in den immer gleichen Bewegungsmustern Sport treibt. Hier wie da sehen wir vor allem eines: Eine mangelnde Fähigkeit, seinen Körper umfassend und richtig zu gebrauchen.
Ich bin mir sicher, dass eine Vielzahl der Leser schneller und länger laufen, schwimmen oder fernsehen kann als ich. ;-) Meine Frage an Sie lautet: Wie lange können Sie das? Können Sie das schmerzfrei auch noch mit fünfzig oder sechzig Jahren? Sie denken doch an Ihre Zukunft? Wollen Sie sich tatsächlich mit 70 Jahren in ein Altenheim begeben und dort noch zehn oder zwanzig Jahre auf 12 Quadratmetern verwaltet werden? Wenn Sie glauben, Sie machen alles besser oder anders als Ihre Mitbürger, irren Sie sich gewaltig. Auch die heutigen Insassen der Verwahranstalten hätten in ihrer Jugend oder Mitte ihres Lebens heftig verneint, je dort ihr Leben zu verbringen. Und was glauben Sie eigentlich, für wen die Altenheime, die wie Pilze aus dem Boden schießen, eigentlich gebaut werden und warum Sie in Deutschland in eine Pflegeversicherung einzahlen? Für die anderen?
Gerade bei der älteren Generation kann man deutlich sehen, wie sehr Beweglichkeit und Denken eine Einheit bilden. In der Regel drehen sich die Gespräche nur noch um Krankheiten (wobei der mit der schlimmsten Krankheit, größten Narbe oder längsten Operation der König ist und am meisten Bewunderung bekommt) oder die Gespräche drehen sich um das Essen. Schlurfend, mit Rundrücken, den Blick 2 Meter vor sich auf den Boden gerichtet entspricht der körperliche Aktionsradius dem geistigen Horizont. In Indien sitzen 80jährige mühelos stundenlang in der Hocke, in Europa schieben schon 50jährige den Rollator vor sich her. Da erkennt man doch sofort, wer wirklich im Wohlstand lebt. Gesundheit ist doch angeblich das wichtigste Gut, oder?
Die Steigerung der Geschicklichkeit, die Erweiterung der Bewegungsgrenzen und daraus resultierend der raffinierte Umgang mit Ihrem Körper stimulieren das Gehirn mehr als jedes Kreuzworträtsel und jedes Golfspiel. Wollen wir jahrelang eingeschliffene Bewegungsgewohnheiten durch völlig neue Bewegungsmuster ersetzen, stellt dies eine sehr große Herausforderung für unser Gehirn dar. Hierfür muss unser Denkorgan die Netzwerkarchitektur grundlegend verändern. Diese völlig neue Verschaltung der Neuronen eröffnet uns erst grundlegende Veränderungsmöglichkeiten im eigenen Denken und in unserer Gefühlswelt.
Was mich noch interessieren würde ist, wie sich die Geschwindigkeit der Bewegungen auf die Entwicklung neuronaler Synapsen auswirkt.
AntwortenLöschenSie beschreiben, dass neue Bewegungen, die mit Geschicklichkeit zu tun haben, essenziel sind. Spielt es eine Rolle, ob man solche Bewegungsabläufe schnell oder langsam macht? Oder anders gefragt. Bringt auch eine Bewegungsform, z.B. TaiChi, welche man neu erlernt und meist langsam ausgeführt werden, gute Ergebnisse, oder sollte man eher Bewegungsabläufe praktizieren, die schnell ausgeführt werden wie Jonglieren, Balancieren usw.
Sehr interessante Frage. Aus meiner Sicht lernt man jede neue Bewegung langsamer. Wenn sich, durch eine hohe Anzahl von Wiederholungen, eine gewisse Bewegungsroutine eingestellt hat, werden die neuen Bewegungen immer flüssiger. Wir haben hingegen das Gefühl, wir würden immer schneller werden. Will man beispielsweise Jonglieren lernen, benutzt man üblicherweise erstmal Tücher - wegen der geringeren Fallgeschwindigkeit. So kann man, immer verglichen mit der normalen Geschwindigkeit der Jonglage, erstmal "langsam" üben. Nach meiner Erfahrung lernt man immer schneller, wenn man Bewegungen zuerst langsam ausführt.
AntwortenLöschenDas deckt sich auch mit meiner Erfahrung. Wenn Bewegungen langsamer geübt werden, so wird die Bewegungsqualität schneller besser.
AntwortenLöschenIch übe zum Beispiel TaiChi Formen manchmal sehr sehr langsam, in zeitlupe. Das gibt dann genügend Zeit, in die Struktur zu entspannen und zu fühlen. Verspannungen und Verklebungen zeigen sich viel deutlicher und können durch das sich Zeit lassen kontinuierlich gelöst werden. Ob das für die neuronalen Verknüpfungen nützlich ist, kann ich nicht so genau beurteilen, aber für die strukturelle Verbesserungen auf jeden Fall.
Ich hätte auch mal eine Frage. Was halten Sie eigentlich von solchen Methoden wie Feldenkrais?
AntwortenLöschenDa geht es ja auch um neue Bewegungen bzw. Bewegungsreichtum.
Gerade in der heutigen Zeit der neuen Kommunikationtechnologien wird es immer wichtiger Beweglichkeit und Bewegung zu fördern.
AntwortenLöschenIhre Methode erinnert mich sehr ans Rolfing. Das habe ich mal gemacht und es war super.
Jonglieren besteht sicher aus komplexen anspruchsvolle Bewegungsamplituden die verschiedene Systeme hoch beansprucht. Trotzdem sind gerade Ausdauersportarten wie Triathlon und Laufen geeigent die Hirnleistung zu verbessern. Dafür gibt es mehrere Erklärungen. Ein ganz profaner Grund ist die erhöhte Durchblutung der Organe und damit einher eine bessere Versorgung mit Nährstoffen der selben. Mit nur drei mal 30-60 Minuten Ausdauersport kann man z.B. den Dopaminspiegel erhöhen und damit die Hirnleistung steigern. Zwischen 45 und 50 läßt die Leistung unseres Hirns nach. Auch diesen Prozess kann man mit Ausdauersport verlangsamen. Wissenschaftlich ist auch bewiesen, dass die kognitiven Fähigkeiten durch Ausdauersport steigen. Davon profitierten übrigens auch gesunde Probanden in den Studien. Sicher ist übertriebender Sport physiologisch kontraproduktiv. Die Inaktivität der Couchpotatoes aber auch. Es gibt inzwischen genung fettleibige Menschen. Deren Unbeweglichkeit ist mindestens genauso ausgeprägt wie die eines unvernünftig trainierenden Leistungssportlers. Durch das Laufen habe ich viel über meinen Körper, über Trainingswissenschaften, Ernährungswissenschaften gelernt. Vor allem habe ich viele interessante Menschen dadurch kennengelernt und schöne Orte gesehen. Meine Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken oder einen Hirninfarkt zu bekommen sinkt statistisch signifikant. Eine Garantie gibt es, wie so oft, hierfür natürlich nicht. Da gehe ich das Risiko einer verklebten Faszie oder Rückenschmerzen eher ein. Die sind reversibel, in der Regel. Auch durch die Behandlungsmethoven wie der Ihren. Ein Schlaganfall oft nicht, Diabetes ebenso wenig. Ein Positivbeispiel fürs Laufen. Unser Trainer ist inzwischen 77 Jahre jung, läuft seit ca. 40 Jahren und bewegt sich noch heute jeden Tag ca. 12-15 KM. Ich komme aus dem Leistungsbereich Laufen. Dort gibt es eine ganze Reihe von komplexen Bewegungsmustern und Trainingsmethoden. Man muss nur kreativ sein und die Vielseitigkeit pflegen. Die heutige Jugend übt ihre Kreativität heute vorzugsweise in "chillen", stundenlange Computersessions oder man trifft sich regelmäßig zu Mc-Donalds-Partys. Die Folgen sind auch bekannt. Und bei strikter Einhaltung sind das die ersten Altenheimgänger.
AntwortenLöschen@ Anonym (Feldenkrais)
AntwortenLöschenAlso wenn die Schwerkraft an einem Menschen besonders gezogen hat, dann war es an Feldenkrais. ;-)
Ich sehe einen adipösen Mann mit einer depressiven Grundhaltung, der sich durch nichts von anderen Männern seiner Altersgruppe unterscheidet. Keine Körperspannung, keine Elastizität, kein federnder Schritt, keine Leichtigkeit in den Bewegungen. Ich denke, all die unendlichen Übungen die Feldenkrais selbst entwickelt hat, muss er doch auch ausgiebig jahrelang geübt haben????? Wenn das das Resultat dieser Methode ist, dann lieber die Zeit sparen, schön auf dem Sofa kuscheln und an dem Tag, an dem man eigentlich sterben sollte, einfach die gesparte Zeit hinten ran hängen und noch ein bisschen weiter kuscheln. ;-)
http://www.mefeedia.com/watch/28131630
@ DieterK
Ich sehe das so: Einer der jongliert, kann sicher auch joggen. Einer der joggt, kann in den allerwenigsten Fällen jonglieren. Die Ansprüche an das Nervensystem sind dann doch unterschiedlich hoch. ;-)
Was mich allerdings wundert, dass man zum Joggen einen Trainer braucht. Ich dachte immer, man macht es wie die anderen 10 Millionen Arten auf diesem Planeten. Wenn man Bock hat, läuft man einfach los. Wahrscheinlich sehe ich das viel zu naiv. ;-)
Ich sehe die Feldenkrais Methode sehr positiv und kann Ihre Sicht nicht teilen. Feldenkrais war ja auf dem Video auch schon ein alter Mann.
AntwortenLöschenIch nehme mal an, Sie sind Feldenkraislehrer oder Schüler und erwarten hier von mir einen Lobgesang ;-) Hatte mir schon gedacht, dass Ihnen meine Meinung nicht gefällt. ;-)
AntwortenLöschenIch hatte hier übrigens auch schon mal andere Videos von Feldenkrais gepostet. Da war er etwas jünger. Leider wurden die plötzlich von Youtube entfernt. ;-) Ich konnte auch dort keine Gewichtsunterschiede oder Unterschiede in der Bewegungsqualität erkennen.
Wenn Feldenkrais auch nur über einen Hauch von Körpergefühl verfügt hätte, hätte er spüren müssen wie sehr seine Speckschicht seine Beweglichkeit einschränkt. Bevor Sie jetzt hier protestieren müssen Sie mir nur noch erklären, dass ein fettes Pferd so leistungsfähig ist wie ein schlankes Pferd. ;-)
Unabhängig davon, dass in seinen Büchern viele interessante Thesen stehen, die sich teilweise auch bewahrheitet haben, blieb er selbst den Beweis in der Praxis schuldig. Oder wie es sein Judolehrer so schön diplomatisch ausdrückte:
"Trotz großer körperlicher Gewandtheit, Kraft, Courage repräsentiert Dr. F. weder in seiner Sprechweise noch in seiner Bewegungsqualität das, was er ‚theoretisch‘ als wünschenswert formuliert ... Aber er ist sehr bereit, das selber zuzugestehen, bereit, zu probieren und infrage zu stellen".
Hallo Herr Demann,
AntwortenLöscheneinen Trainier zu benötigen...dieses Stadium habe ich schon seit Urzeiten hinter mir. Wohl aber bräuchte ich einen fürs Jonglieren. Ohne ein Prophet sein zu müssen, fürs Jonglieren wird es nicht soweit reichen wie für das Laufen.Obwohl, jonglieren z.B mit Zahlen bringt ja auch was für die Birne.
Auch kenne ich genug "Bewegungsspastiker" die nun mal nicht fürs Laufen geboren sind, es trotzdem praktizieren und sich jede Woche quälen. Die bringen sich dann nämlich schnell in die Physiopraxen weil sie sich physiologisch ergonomisch völlig falsch bewegen. Eine Sache muss Spass machen. Jeder wie er es braucht.
TaiChi ist für mich kein Sport oder klassische Bewegung. Und ich bezweifel, ob durch TaiChi über Jahre entstandene Verklebungen an Faszien gelöst werden können.
Jonglieren oder Stabhochsprung, um weiter in der Leichtathletik zu bleiben, sind von der Bewegung her natürlich anspruchsvoller und die Anforderungen hier sind hoch. Ausdauersport ist aber in der Summe der Vorteile ebenso hoch.
Man muss kein Fitnessfreak werden, aber übergewichtige oder gar adipöse Menschen, um mal vom Pferd wegzukommen ;-), sind leistungsfähgier als schlanke Menschen. Nach dem Treppensteigen in den 4. Stock im Schnaufen oder jammern ihrer schmerzenden Fußgelenke.
Genau, wenn man Bock hat etwas zu tun, sollte man es einfach machen.
Sie als ehemaliger ? Sportler und Trainer naiv? Glaube ich Ihnen aufs Wort.
TaiChi ist für mich auch kein Sport oder klassische Bewegung. Sondern es ist eine Möglichkeit, eine grosse Vielfalt von Bewegungen langsam, achtsam und entspannt auszuführen. Wenn ich mir vorstelle, mit welcher Bewegungsamplitude beim Joggen z.B. das Schultergelenk bewegt wird (ein bisschen vor, ein bisschen zurück) und das damit vergleiche, was ich im TaiChi und qigong an Schulterbewegungen ausführe, dann kann ich dankend aufs Joggen verzichten. Im Schultergürtel werden garantiert keine Verklebungen gelöst, wenn man einfach ein paar km vorwärts rennt.
AntwortenLöschenAdipöse Menschen sind Leistungsfähiger? Nur weil sie für die gleiche Aufgabentstellung (in den 4. Stock hinaufsteigen) mehr Energie verbrauchen und Schnaufen wie ein Pferd, um mal wieder hierher zurückzukommen ;-), sind sie doch nicht Leistungsfähiger, sondern ökonomisch degeneriert ;-)
...im übrigen habe ich bei meiner Aussage oben über TaiChi gesagt, dass das üben in Zeitlupe für das aufspüren der Verklebungen in den Faszien nützlich ist, nicht der normale Zeitraffer ;-) den man üblicherweise sieht.
AntwortenLöschenHallo Anonym,
AntwortenLöschenich gehe davon aus, dass sich Ihr Kommentar an DieterK richtet. Dann bitte ein @DieterK vor den Kommentar stellen. Damit wir den Überblick behalten.
;-) Das Beispiel mit dem Schultergelenk ist übrigens ein schönes Beispiel. ;-)
@ Anonym,
AntwortenLöschensehen Sie, im verzichte nicht aufs Joggen und, oh Wunder, auch nicht auf Entspannungstechniken, Yoga oder ähnliches. Wie ich bereits schrieb, die Vielseitigkeit pflegen. Gott sei Dank bin ich allem gegenüber erst einmal aufgeschlossen. Ich kenne auch TaiChi, Pilates und andere "Bewegungen", versuche das dort für mich nützliche im Alltag umzusetzen.
Das mit den adipösen Menschen, die leistungsfähiger sein sollen, war, ich dachte das ist klar herauszulesen, nicht ernst gemeint in Bezug auf wahre körperliche ! Leistungsfähigkeit.
Stichwort ökonomisch. Mein Fettstoffwechsel und mein Herz sind da sehr effizient. Jede Medaille hat eben zwei Seiten. Um Verklebungen aufzuspüren reichen mir relativ einfache Bewegungsmuster. Diese Verklebungen dann nachhaltig aufzulösen, darum geht oder ging es mir. Wie lösen Sie Ihre entdeckten Verklebungen dann auf? Wenn das mit TaiChi dann auch ginge,um so besser. Wie lange würde das dann dauern bis signifikante Erfolge spürbar wären?
Das Beispiel mit dem Schultergelenk ist gut. Sehe ich ein. Wenn ich mir aber viele inaktive Menschen betrachte, was ist mit denen? Die haben ja eine noch geringere Bewegungsamplitude, oft fast statisch still. Ob am Schreibtisch oder abends beim Fernsehzappen. Da bin ich, wenn ich nur laufen würde, immer noch besser dran. Laufen betrachte ich zudem nicht nur als Sport. Es kann körperliche Anstrenung und Entspannung zugleich sein. Wenn ich mich durch alle Jahreszeiten hindurch in der Natur bewege wirkt das sehr ausgleichend auf Psyche und Geist. Es ist ein wunderbares Mittel um Streß abzubauen.
Im Übrigen jogge ich nicht, ich laufe. Auch hier hatte ich bereits auf die Vielseitigkeit, die es beim Training dort gibt hingewiesen. Das ist eben nicht immer nur ein bißchen vor und zurück, auch was die Bewegungen der Schulter anbelangt. Und, gegen viele Vorurteile, es ist nicht ein stupides ein Bein vor das andere setzen, sondern doch etwas komplexer.
Trotzdem, auch hier will ich ehrlich sein, registriere ich inzwischen ein Geführ von Steifigkeit und nehme Verklebungen in verschiedenen Bereichen wahr. Deshalb bin ich auch hier auf diese Seiten gekommen und hoffe auf Besserung ;-) um die drohende Degeneration meiner Gelenkstrukturen zu verhindern. Wer möchte schon gerne vorzeitig mit einer Arthrose in den Rollstuhl.
Erstmal freue ich mich, trotz gegenteiliger Standpunkte, über die sachliche Diskussion.
AntwortenLöschen@DieterK
Zitat: Wer möchte schon gerne vorzeitig mit einer Arthrose in den Rollstuhl.
Eine Menge Leute. Sonst wären sie ja nicht dort. ;-) Wer schon mal gesehen hat, wieviel Leute mit Lungenkrebs, Herzinfarkt etc. im Krankenhaus heimlich eine rauchen gehen, dem wird klar, wie viele Leute genau das haben was sie wollen. ;-) Und wie wenig Leute was vom Gesetz von Ursache und Wirkung gehört haben.
Um mal auf das Schultergelenk zu kommen. Die Beweglichkeit der Schulter hat häufig nix mit der Schulter zu tun. Steht das Becken im Körper zu weit vorn, wird über die seitlichen Faszien ein Zug auf die Schulter ausgeübt. Diese verlässt durch die jahrelangen Zugspannungen ihre Position und wird dadurch nach unten gezogen und unbeweglicher. Der Zug setzt sich in die Arme fort und auch diese werden steifer.
Eine Schulter wird von unten her gestützt bzw. getragen - von oben sollte sie locker hängen. Das setzt voraus, dass der Kopf optimal über dem Körper steht. Ist der Kopf nach vorn verschoben, ziehen die Faszien des Kapuzenmuskels an diesen Strukturen. Auch hier wird die Schulter aus der Position gezogen und angehoben. Führt dann ebenfalls zu Bewegungseinschränkungen. In der Regel findet man bei zahlreichen Mitbürgern beide Bewegungseinschränkungen. ;-)
Ein Beispiel für eine Schulter, die eben nicht von unten gestützt wird, sondern durch zu starke fasziale Spannung nach unten gezogen wird, findet man hier:
http://senmotic.blogspot.com/2009/10/leistungssport-ist-physik-und-struktur.html#more
Aus meiner Sicht geht es am Ziel vorbei, wenn man sich auf ein Einzelteil konzentriert und dort etwas "lösen" will. Der Körper ist eben ein Ding von Kopf bis Fuß und schon eine leichte Verdrehung im Knie kann über die Außenseite der Oberschenkel (Fascia lata) einen Zug auf die Schulter ausüben und dort für Bewegungseinschränkungen sorgen. Meiner Meinung nach kann man das auch nicht fühlen. Denn wenn man es fühlen könnte (meinetwegen nach einem Sturz auf das Knie), würde man sofort zum Arzt gehen und sagen, ich habe ein leicht verdrehtes Knie und dadurch Spannung auf der Schulter. ;-)
Aus unserer Erfahrung mit Senmotic blue ist es eher so, dass man erst auf der einen Seite den Zug beseitigt, den Klienten aufstehen lässt und dieser dann erst fühlt, dass auf der anderen Seite etwas nicht in Ordnung ist. Eben weil sich auf der bearbeiteten Seite plötzlich Ordnung eingestellt hat. So entsteht eine bessere differenzierte Wahrnehmung für den Klienten und so kommt er wieder dahin, dass er tatsächlich wieder Spannungsverläufe von Kopf bis Fuß fühlen kann. Das hat auch einen Nachteil: Der Klient sagt dann nämlich: Abääär Herr Demann, auf der linken Seite, da müssen Sie nochmal ran. Die geht nicht so gut wie die rechte Seite.
Ich habs schon schwer, seufz. ;-)
@dieterK
AntwortenLöschenVielen Dank für die klärenden Worte. Ich verstand ihre vorigen Beiträge in der Richtung, dass Sie das Joggen favorisieren und TaiChi eher abschätzig betrachten. Durch ihren letzten Beitrag habe ich gelernt, dass Sie doch viel Vielseitiger denken und auch ganz andere Aspekte in ihr Tun integrieren. Das freut mich.
Was mir noch nicht klar ist, was denn der Unterschied zwischen Joggen und Laufen sein soll. Was ist denn komplexer daran? Gibt es vielleicht einen guten Video in Youtube, der mir dies verdeutlichen könnte? Das wäre wunderbar, wenn Sie mir hier einen guten Link posten können.
Nachdem Joggen vesus Jonglieren ausführlichst beackert wurde...
AntwortenLöschenwürde ich mich über eine Antwort auf meine Frage, sehr freuen :-))
@Heike Winkler
AntwortenLöschenDas ist Ihr erster Kommentar:
"Gerade in der heutigen Zeit der neuen Kommunikationtechnologien wird es immer wichtiger Beweglichkeit und Bewegung zu fördern.
Ihre Methode erinnert mich sehr ans Rolfing. Das habe ich mal gemacht und es war super."
Machen Sie einfach irgendwo ein Fragezeichen rein und ich beantworte Ihre Frage sofort. ;-) Mal im Ernst, welche Frage meinen Sie?
Sehr geehrter Herr Demann,
AntwortenLöschenvielen Dank für diesen interessanten Beitrag.
Vielleicht können Sie mir folgende weiterführende Fragen beantworten:
Gibt es einen erwiesenen Zusammenhang zwischen Gehirnwachstum und Glück / positiven Emotionen?
Was ist Ihrer Meinung nach über den Tag verteilt die optimale zeitliche Verteilung von gehen, rennen, sitzen, liegen? Mit anderen Worten: Wieviele Kilometer (bzw. wieviele Stunden) sollte der Mensch täglich mindestens gehen, wieviele Stunden höchstens sitzen, usw.?
Viele Grüße
Frage 1
AntwortenLöschenKeine Ahnung.
Frage 2
Keine Ahnung.
Beste Grüße zurück
@ Anonym
AntwortenLöschennee, ich bin kein Fußballer der nur Fuß und Ball kennt. Oha, hoffentlich bediene ich hier jetzt kein Vorurteil. Nein, ich versuche schon Spannung und Entspannung gleichbereichtigt zu halten. Auch TaiChi zählt für mich zu den lohnenswerten Dingen. Allerdings bin ich ein Mensch der nicht, folgsam der Masse, Strömungen folgt. Da bin ich, wenn auch emotionslastig, eher pragmatisch angelegt. Zudem hat diese Richtung der Bewegung auch eine lange Geschichte und Hintergrund. Asiatische Kultur insgesamt bringt fast immer neue Einsichtungen und Erkenntnisse.
Laufen als Wettkampfsport und im Verein, auf Leistungs- und Hochleistungsniveau, beinhaltet ein differenziertes Training wie moderates Kraftausdauertraining, Techniktraining, Intervall, es gibt Maktro- und Mikrozyklen, spezielles Beweglichkeitstraining (bei mir allerding wohl nicht ausreichend genug) etc. Dieses Forum und dieses Thema ist allerdings nicht dazu gedacht, über Laufen zu referieren. Deshalb nur soviel: gerade im Techniktraining, ob Kniehebeläufe oder auch bewußt übertriebenes Schwingen im Bereich des Oberkörpers im Sprint oder Steigerungslauf, laufen über Hürden, das hochlaufen einer Steigung,...alles erfordert ein erweitertes Bewegungsspektrum, um nur einige Beispiele zu nennen. Der Jogger läuft in der Regel nur ein Einheitstempo im kleinen Schritt. In meinem Training auch eingebaut z.B. das hochklettern an einem Tau. Aber ich räume ein, das kann mit Yoga und TaiChi in Sachen Beweglichkeit nicht mithalten.
@ Heike Winkler
es geht hier nicht um Joggen VERSUS Jonglieren.
Warum muss immer polarisiert werden. Warum schreiben Sie nicht mal Joggen und Jonglieren und TaiChi. Beackert wird hier auch nix und soviel Diskussion sollte auch Ihr Demokratieverständnis aushalten können. Oder haben Sie alles Geschriebene hier bereits vorher gewußt? Ihre Frage würde mich im Zusammenhang dieses Themas auch interessieren. Bin halt neugierig.
@ Frank W. Demann,
sehen Sie, gerade das muss ich noch lernen. Vor allem zu erkennen, wo ist der Ursprung, die eigentliche Ursache der Beschwerden. Das mit den Faszien ist doch alles sehr komplex. Zu verstehen, dass z.B etwas in der Schulter seinen Ursprung ganz woanders haben kann. Ihre kleine Exkursion zur Schulter ließ bei mir ein AHA hinaus. Die Bilder des Fußballers kenne ich und sind sehr beeindruckend, sagen eigentlich mehr aus tausend Worte.
@DieterK
AntwortenLöschenJo, dass mit den Faszienverläufen ist tatsächlich so komplex. Sie verzweigen sich dreidimensional - da verliert man schnell den Überblick. Eine saubere Trennung, wie in der Anatomie üblich, ist bei Faszien unmöglich. Man kann jedoch die Spannungsverläufe sehr schön von außen sehen. Eben weil auch der Körper dreidimensional ist.
PS: Den Fußballer hat ein Kollege von mir, Dirk Beckmann aus Düsseldorf, umgeformt.
@dieterK
AntwortenLöschenDanke für die Erläuterungen zum Laufen. Da habe ich wohl eine etwas einfachere Definition von diesem Begriff als Sie. Für mich ist Laufen einfach dass sich fortbewegen mit den Beinen in etwas höherem Tempo als beim Gehen.
Sie erweitern den Begriff Laufen durch verschiedene Trainingsmethoden wie Hürdenspringen, Techniktraining usw. Das sind insgesamt natürlich tolle und vielseitige Möglichkeiten, ein besserer Läufer zu werden, insbesondere im Leistungsbereich. Das Laufen an sich ist für mich dennoch immer noch das sich fortbewegen auf den Beinen.
Es ist aus meiner Sichtweise so wie mit dem Schreiben. Schreiben ist ein Vorgang, mit Stift auf Papier oder mit dem PC Gedanken schriftlich festzuhalten. Um ein guter Schreiber zu werden, z.B. Autor oder Schriftsteller, bedarf es mehr. Wortschatzaufbau, Studium der Literatur, viel Lesen, Reflektieren und Nachdenken, Kreuzworträtsel, MIndMap zum ordnen der Gedanken usw. mögen helfen, bessere Texte zu verfassen. Aber das Schreiben selbst ist immer noch das schriftliche festhalten mit Stift auf Papier. Für mich zumindest.
Nun gut. Spielt keine Rolle, solange es Spass macht. Und überhaupt. Ich bin da etwas vom Thema des Beitrags abgedriftet ;-) Hoffentlich krieg ich jetzt vom Demann keins auf die Rübe ;-)
Insgesamt gesehen ist "Laufen" trotzdem nur eine einseitige Bewegung. Auch wenn man verschiedene Variationen trainiert. Mit seinem Rumpf oder seinen Armen tut man kaum etwas. Da ist Handball beispielweise schon kompletter und verlangt auch eine ganz andere ganzkörperliche Athletik. Nichts gegen Joggen. Ich laufe auch gern und auch sehr häufig. Merke jedoch auch, dass es zwar gut für das Herz-Kreislaufsystem ist, ansonsten für die Gesamtbeweglichkeit recht einseitig ist.
AntwortenLöschenNaja ob man gerade Handball abseits vom mögllicherweise vorhandenen Spielspaß für irgendwas empfehlen sollte?
AntwortenLöschenGoogel-Spontansuche ergab:
http://www.abendblatt.de/sport/article619595/Handball-Verletzungen-nehmen-zu.html
Zitat "Laut neuesten Erhebungen hat Handball in der Verletzungsstatistik Fußball von Platz eins verdrängt."
hier http://www.schulterinfo.de/Info/Sport/handball_schulter.htm geht man zwar noch von anderen Zahlen aus, aber ach da sieht Handball nicht besonders "gut" aus.
Das deckt sich mit Schilderungen von Klienten aus diesem Bereich, die sich mir gegenüber gerne mal als "Wandelnder Krüppel" bezeichnen ;) Wohlgemerkt zu Beginn der Zusammenarbeit.
Ich persönlich bewege beim Gehen oder Laufen den gesamten Körper :) von daher kann ich die Anmerkung in Sachen "für die Gesamtbeweglichkeit recht einseitig" nicht ganz nachvollziehn.
Vielleicht denken die beiden Anonyms im Gegensatz zu mir auch etwas zuviel und ich dafür dann etwas zuwenig in "Sport"-Abstufungen.
:)
Grüße aus Düsseldorf
Ich bin ja für Nichtstun - eine der schwierigsten Disziplinen überhaupt. Hier konnte ich mich, trotz härtester Konkurrenz, bei den letzten Weltmeisterschaften wieder durchsetzen und zum 47. Mal Weltmeister werden. Hervorzuheben ist auch die völlige Verletzungsfreiheit dieser Sportart. Deswegen findet dieser faszinierende Sport weltweit immer mehr Anhänger. Nachdem wir in den letzten Jahren immer mehr wurden, sind wir jetzt schon viele.
AntwortenLöschenZur Zeit kämpft die IODN, die weltweite Internationale Organisation der Nichtstuer, um olympische Anerkennung. Die Chancen stehen sehr gut. Hat sich doch nicht nur der Präsident Jacques Rogge, sondern das gesamte Gremium als heimliche Anhänger des Nichtstun geoutet.
Im Übrigen kandidiere ich für die Position des Präsidenten der IODN. Aufgrund der Mentalität der Nichtstuer gehen die Wahlen über ein Jahr oder auch länger. Wir stehen auf jeden Fall kurz vor der Auszählung. Auch hier bin ich froher Dinge. Denn bis jetzt hat mich kein einziger gewählt. Das ist richtig gut. Denn nur wer keine einzige Stimme erhält, weiß, dass fast alle Nichtstuer hinter einem stehen.
Sehr geehrter Herr Demann,
AntwortenLöschenmal eine Frage OT: Wann startet der Verkauf der "pure shoes" und wie werden diese ungefähr preislich liegen?
Viele Grüße
1. 190-195 Euro.
AntwortenLöschen2. Siehe letzter Kommentar
http://senmotic.blogspot.com/2010/08/mut-zur-veranderung-mit-senmotic-blue.html#comments
@ Anonym
AntwortenLöschensehen Sie, war doch gar nicht so schlimm. Immerhin haben Sie von Herrn Demann keine auf die "Rübe" bekommen nur weil Sie ehrlich ihre Meinung niedergeschrieben haben. Und wie bereits oben geschrieben, Kritik sollte man aushalten können ohne in Angst zu verfallen eins oben drauf zu bekommen. So schreiben ich Ihnen auch nochmals, dass Laufen zu den "guten" Sportarten gehört. TaiChi für sich ist mindestens ebenso einseitig wie Laufen in Bezug auf das Gesamtergebnis. Wenn Sie Laufen so negativ sehen, warum tun Sie es dann? Es ist gut für Ihr Herz-Kreislauf-System, und nicht nur dafür! Ich habe bereits einige Sportarten durch. Ob Volleyball, Basketball, Leistungschwimmen oder 2 Jahre Fußball im damals höchsten Amateurbereich. Gerade Fuß- und Handball sind SEHR verletzungsträchtige Sportarten. Klar, bei all diesen Sportarten muss und sollte man sich bewegen. Auch bei TaiChi ist das so. Selbst beim Schreiben dieser Zeilen ist es unabdingbar meine Finger, wenn auch sanft und leise, über die Tastatur gleiten zu lassen. Hätten das unsere Vorfahren z.B. beim jagen der Beutetiere (da wurde gelaufen, gesprungen, sogar der Speerwurf wurde praktiziert) umgesetzt sich nicht zu bewegen, wären wir wahrscheinlich heute nicht hier um diese Zeilen zu schreiben. Verhungert...Hauptsache man hat keine Verklebung der Faszien bekommen. Ich schlage Schach spielen vor. Da holt zieht man sich im schlimmsten Fall eine Quetschung der Fingermuskulatur zu, beim krampfhaften Versuch dem drohenden Schachmatt zu entkommen.
Mal wieder etwas ernsthafter. Ich finde es lächerlich verschiedene Sportarten gegeneinander direkt zu vergleichen. Ich wiederhole mich. Vielseitigkeit ist entscheidend. Menschen, die nur beim Laufen bleiben oder die nur TaiChi praktizieren bewegen sich einseitig, je nach dem welche Ebene man gerade betrachtet.
Herr Anonym, sie haben vom Laufen als Wettkampfsport mit all seinen Facetten offensichtlich wirklich keine Ahnung. Seit ca. 30 Jahren praktizieren ich den Laufsport auf Wettkampfebene, OHNE Verletzung. Das hätte ich mit Handball nie geschafft. Übrigens, Triathlon mache ich auch ab und zu. Dort wird gelaufen und auch geschwommen. Gerade hier wird auch der Rumpf und die Schulterregion in seiner Beweglichkeit trainiert. Zudem habe ich trotz so vieler Jahre Laufen null Schulterprobleme, kenne aber Handballer die sich mit Schulterluxationen und deren Spätfolgen herumschlagen.
@ Herr Demann
ich bin auch Nichttuer, und das sehr gerne. Als Ausgleich, also leider nur temporär. Hätte dann bei mir den Vorteil, dass ich mit dem Auszählen etwas schneller wäre. Die, die keinen Sport machen tun doch auch täglich etwas. Bierkrugheben, Chipstütenaufreißen, gähnen, Fernbedienungsquälen, schnarchen, Toilettenwettspülen, warten bis der akute Arbeitsanfall vorbei ist, sogar die eine oder andere Seitenrolle im Bett soll schon möglich gewesen sein. Also alles Höchstleistungen im Nichtstun. Man könnte fast meinen hier sei Doping im Spiel. So gesehen schließe ich mich Ihrer Meinung an, all dies olympisch werden zu lassen.
Hallo,
AntwortenLöschenich betreibe sowohl Tai-Chi als auch Wandern/Joggen. Ich muss sagen das bei beiden Sportarten (sobald man sie einmal halbwegs beherrscht) die Geschicklichkeit nicht unbedingt trainiert wird. Es sei denn man läuft in sehr schlechtem Terrain was ich gern tue.
Wenn ich nach 500mal üben die Tai-Chi Form ganz gut kann erhöhen die nächsten 500mal üben vielleicht meine Geschmeidigkeit und meine Balance etc. aber von einer Verbesserung der Geschicklichkeit würde ich nicht sprechen.
Das Nervensystem erreiche ich eher wenn ich immer wieder neue Sachen lerne (z.B Tai-Chi spiegelverkehrt). Beim Joggen renne ich auch Leiber querfeldein durch den Wald um mehr Abwechslung für den Bewegungsapparat zu haben.
Es müssen aber ja nicht immer Sportarten sein wenn man von Geschicklichkeit spricht.
Wie ist eigentlich mit Gitarre spielen (bzw. spielen lernen) das fördert doch auch die Geschicklichkeit. Ist halt nur keine Ganzkörperbewegung. Wie ist das zu bewerten?
@ CB
AntwortenLöschenMit dem Tai Chi sehe ich so ähnlich. Hatte jedoch keine Lust, mehr darüber zu schreiben. Sonst könnte man ja denken, ich würde fast alles außerhalb des Senmotic für schlecht befinden. Wobei das fast richtig gedacht wäre. ;-)
Gitarre spielen fördert den Erwerb von körperlichen Teilfähigkeiten. Das kommt an zweiter Stelle nach "gar keine Fähigkeiten". ;-) Wie eben auch Golf, Tennis, Squash usw,. Erst wenn man auch ebenso gut mit der anderen Hand/Körperhälfte spielen könnte, hätte man seine Geschicklichkeit erhöht.
Jegliches in einer endlosen Folge ausgeführtes Bewegungsmuster, wie beispielsweise Joggen, führt nach und nach zur Steifheit und zur Bewegungsarmut. Schon aus einem einfachen Grund: In der Zeit kann ich ein paar tausend andere Bewegungsmuster nicht durch den Körper tun lassen.
Wenn man wissen will, wie unser Nervensystem sich organisiert und funktioniert, braucht man nur kleine Kinder beobachten. Auf den Stuhl geklettert, sich ganz lang gemacht und über den Tisch gelangt, irgendwas gegriffen, dann vom Stuhl geklettert, irgendwo hingerannt, runter auf den Boden in den Fersensitz, vom Fersensitz ganz auf den Boden und dort rumgekugelt, wieder aufgesprungen, irgenwo anders hingerannt, kurz angehalten und ganz tief in die Hocke gegangen.... Und das alles in 5 Minuten. ;-)
Manche schaffen das sogar in einer Minute. ;-)
Wenn wir wirklich Lauftiere wären, würden unser Nervensystem bzw. unser gesamter Organismus schon im Kleinkindalter danach gieren. Unsere Kinder würden eine Stunde pausenlos rennen und dann wieder mit runden Rücken ein paar Stunden bewegungslos rumsitzen. ;-)
Das längere Rennen muss ihnen jedoch durch Sportlehrer mittels ihrer Autorität erst aufgezwungen werden. Es wird ihnen kulturell und nicht evolutionär vermittelt. Oder auch durch das menschliche Wettbewerbsverhalten schmackhaft gemacht.
Vielseitigkeit ist eben Trumpf. Auf jedem Teilgebiet (Laufen, Klettern, Springen, Schwimmen usw.) ist der Mensch unseren Kollegen aus dem Tierreich hoffnungslos unterlegen. In der Summe aller Teilbereiche jedoch unseren Kollegen weit überlegen. Wenn vor ein paar Millionen Jahren in der Savanne der Löwe kam, rein in den Fluss und geschwommen. Kam das Krokodil, raus aus dem Fluss und an Land weiter.
Man sollte auch in Betracht ziehen, wie spontan Kindern sind. Während Erwachsene sich meisten mit einem Ziel bewegen oder wenn sie keins haben, eben gar nicht. ;-) So geht man zum Tai Chi und macht diese oder jene Form/Übung in genau dieser Ausführung mit genau dieser Haltung. Das hat natürlich nichts mit spontan entstehender, der jeweiligen Situation angepasster Bewegung zu tun.
Schönes Wochenende noch...
Hallo,
AntwortenLöschendanke für die ausführliche Antwort ich sehe das ähnlich.
Auch wenn ich das Gehen durchaus über die anderen Bewegungs-Muster stellen würde da der Mensch als Jäger und Sammler schon gewisse Strecken überbrücken musste. Er wird dann aber auch nicht monoton nur gelatscht sein sondern sich öfter mal gebückt, umgesehen oder über ein Hindernis hinweg geklettert sein..
Er wird auch nur in Notfällen gejoggt oder gerannt sein das das nicht besonders energieffizient ist.
Was mir beim Wandern noch unangenehm aufgefallen ist, das ein Rucksack mit Hüftgurt die Kontralaterale Bewegung stört bzw. verhindert. ;(
Zum Thema Spontanität: Ich mache immer wieder auch gerne Phantasie-Tai-Chi oder improvisierten Tanz ;)
Ich geh jetzt mit Spaten,Axt, Machete und Heckenschere in einen verwilderten Garten da kommen hoffentlich ein paar verschiedene Bewegungsmuster zusammen. Zumal ich diese Instrumente auch beidhändig behersche ;)
Zum Thema Gitarre beidhändig: Habe ich vorgestern mal gemacht, der Haken ist dann liegen die Seiten ja auch umgekehrt (oben/unten) und die Griffe gehen teilweise nicht mehr. Das ist dann schon heftig.
Schönes Wochenende...
@ Herr Demann
AntwortenLöschenWeil schon mal weiter oben vom Rolfing geschrieben wurde: Worin liegt denn nun der Unterschied zwischen Rolfing und Senmotic blue? Vielen Dank für Ihre Antwort.
@anonym
AntwortenLöschenSenmotic blue hat eine festgelegte Rezeptur. Diese wird vom Practitioner strikte befolgt um ein gutes Endergebnis zu bekommen.
Rolfer lernen, selbst zu analysieren. Sie bestimmen für jeden Klienten die individuell erfolgversprechendste Strategie die sich an den Sitzungsthemen orientiert.
Deshalb ist eine Senmotic blue Ausbildung bezüglich Ausbildungstage auch viel kürzer, weil vorgegebene Handlungsanweisungen schneller vermittelt werden können.
@Anonym 2
AntwortenLöschenFast korrekt. ;-)
@Anonym
Dazu kommt noch: Rolfing ist ein abgeschlossenes System. Danach kommt nichts mehr und Rolfer müssen ihre Klienten (die langfristig etwas für sich tun wollen) dann zum Yoga, Feldenkrais, Pilates oder ähnliches schicken.
Senmotic blue verfügt über das Bewegungssystem Senmotic red. Eben weil sich die Senmoticer tagtäglich selbst mit Bewegungstraining auseinandersetzen, ergeben sich teilweise konträre Sicht- und Arbeitsweisen.
Für einen Rolfer gibt es nur Rolfing. Für einen Senmotic blue Practitioner gibt es nur... na? Völlig verkehrt. ;-) Für uns ist das primäre Ziel das Senmotic red. Senmotic blue ist nur eine Krücke, um sich so schnell wie möglich wieder schmerzfrei leicht und geschmeidig bewegen zu können. Erst dann kann man sich mit Red eine unglaubliche Bewegungsvielfalt anzueignen und spielerisch lernen, seinen Körper raffiniert zu gebrauchen.
Die Rolfingausbildung steht fast jedem offen. Sofern er die dort geforderten Voraussetzungen dafür erfüllt. Wir hingegen bilden im Jahr 1-2 Practitioner aus und nehmen nur Leute, die wir als wirklich geeignet betrachten.
Rolfing ist recht günstig. Sicher auch, weil sich die Rolfer in vielen Städten selbst kanibalisieren und im Wettbewerb untereinander stehen. Senmotic blue liegt zwischen "Teuer" und wie bei mir in Leipzig "Schweineteuer". ;-) Was sich allerdings auch wieder relativiert. Wir arbeiten nicht nur 50 oder 60 Minuten. Wir arbeiten solange, bis das Problem beseitigt ist. Was auch durchaus mal 2 Stunden dauern kann.
Unsere Klientenbilder im Internet sind alle echt und wir lassen uns vom Klienten schriftlich das Einverständnis geben bzw. bestätigen. Zahlreiche vorher/nachher Bilder der Rolfer sind hingegen Fälschungen. Wie dieses Beispiel hier:
http://www.rolfingb.de/rs.htm
Einfach ganz nach unten zu dem Mann scrollen. Kein Mensch trägt zu jeder Sitzung die gleiche Unterwäsche. Kein Mensch steht von der Liege auf und hat nach jeder Sitzung die genau gleiche Frisur. Kein Mensch steht nach jeder Sitzung genau so exakt, dass das Bild an der Wand den immer gleichen Ausschnitt zeigt. Kein Mensch steht so gleich, dass man den immer gleichen Schatten um den Körper sieht. Professionelle Augen sehen auch, wie sehr der Rücken aktiv zusammengepresst wird und der Mann dann einfach den Rücken immer ein Stück loslässt. ;-)
Hinzu kommen noch viele weitere Unterschiede, die den Rahmen hier jedoch sprengen würden.
Peinliche Sache das Bild. ;-)
AntwortenLöschenBei so einem Bild frägt man sich dann schon, ob der entsprechende Rolfer überhaupt gute Resultate erzielt, wenn er dermassen mogeln muss.
AntwortenLöschen@demann
Wie wird aus Senmotic-Sicht das Konzept der Anatomy Trains beurteilt, wie es vom Tom Myers propagiert wird?
Hallo,
AntwortenLöschenich finde die Rolfing-Bilder wirlich nicht in ihrer Authentizität überzeugend. Sieht doch alles sehr gestellt aus.
Das Laufen im Laufe der Jahre zu Steifheit führt kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Ist eben so. Dann sollte man rechtzeitig für Ausgleich sorgen bzw andere Systeme gleichberechtigt trainieren oder schulen. Diese Erkenntnis kommt bei mir, wie bei vielen anderen Sportlern auch, etwas spät. Ich bin jedenfalls, trotz z.B. gezielter Dehnbewegungen im Bereich der Problematik, immer noch nicht viel beweglicher dort. Kurzfristig bringt das etwas aber nach ca. 2-3 Stunden ist der "alte Zustand", das Gefühl von Steifheit oder "verkürzten" Strukturen wieder da. Es ist wohl doch alles komplexer als man das vermutet. Stichwort Gitarre. Auf meiner ischiocruralen Muskulatur kann man auch Gitarre spielen, so hart und verklebt sind diese inzwischen. Deshalb sind meine Beinbeuger längst nicht (mehr) so leistungsfähig wie ihre Antagonisten, die Quadrizeps. Daran anschließend sind andere Bereiche der Muskulatur mehr gefordert, überfordert...die Kette setzt sich fort. Aber hier die Kausalität im etwas "fortgeschrittenen" Stadium mit mehreren Bereichen an Verhärtungen usw. zu erkennen ist eine Kunst bzw. eine Sache von viel Erfahrung des Therapeuten.
So, wie ich die Senmotic-Behandlung verstehe, wird auf ALLEN körperlichen Ebenen (Faszien) eine Korrektur vorgenommen um ALLE Ketten oder Bereiche zu erfassen. Die Kausalkette spielt somit keine Rolle mehr und ein Erfolg ist eigentlich garantiert wenn man alle zehn Behandlungen durchläuft.Damit werden alle Abhängigkeiten von Beschwerden eingekreist und beseitigt. Noch wichtiger erscheint mir die Nachhaltigkeit, das lebenslange praktische Umsetzen, um diesen Zustand der freien Bewegung zu erhalten. Da hat Herr Demand ja bereits einen Tipp hier reingeschrieben. Schaut auch die Kinder an!
@Anonym
AntwortenLöschenWie meine Kollegen über ihn denken, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich hatte sein Buch gelesen und fand es interessant.