20. Januar 2012

Heute mal...

ein längerer sehr lesenswerter Artikel aus dem Spiegel über Rückenschmerzen.
Das ist so mit das Beste, was ich in den letzten Jahren über Rückenschmerzen gelesen habe und was mal ausnahmsweise nicht aus meiner Feder stammt. ;-) Interessant ist, dass die vielen Studien und Untersuchungen von Leuten gemacht wurden, die ja gar keine Ahnung haben. Solange all die Gele(e)hrten ;-) da draußen immer noch glauben, Muskeln würden die Wirbelsäule stützen und vom "Muskelkorsett" schreiben und Muskeln müssen "stark" sein, geht das ganz, ganz weit an der Realität vorbei.

Man nehme ein Gummiband und schneide dies durch. Nun hat man ein längeres Stück Gummi, welches man auseinanderziehen kann und welches sich auch wieder zusammenzieht. Genau das machen Muskeln. Kein Mensch käme auf die Idee, dieses Gummiband als Stütze für irgendwas zu benutzen. Selbst wenn der Mensch bewegungslos sitzt, sind alle Muskeln aktiv und mitteln den Menschen in einem ständigen Fluss immer wieder um wenige Millimeter aus.

Sie können das ganz einfach prüfen: Setzen Sie sich hin, schließen Sie die Augen und achten Sie auf Ihren Körper. Sie werden viele kleine Bewegungen spüren. So richtig still sitzen, das geht nämlich gar nicht.

Na ja, egal... ich hoffe ja nur, dass sich endlich mal bei all den Gele(e)hrten da draußen einer findet, der nicht nur studiert, sondern auch mal denkt ;-) und die Mär vom Muskelkorsett und "Muskeln stärken" auf den großen Müllhaufen der Irrtümer der Medizin kippt.

Trotzdem ist der Spiegelartikel sehr interessant und erhält von mir eine klare Empfehlung.
Hier isser...

http://www.spiegel.de











5 Kommentare:

  1. Schöner Artikel. Was nicht so schön ist, dass auch hier wieder wie üblich "Sport" mit funktionalem Bewegen gleichgesetzt wird. Dabei ist "Sport" an sich nicht zwangsläufig gesund, kommt er doch historisch eher aus dem Bereich Wettstreit. Beim 100 Meter Sprint geht es darum wer zuerst über das Ziel kommt und nicht wer am gesündesten Läuft. Wenn Laien dann nur zu häufig die Trainingsmethoden der Profis verkauft bekommen, wissen Sie nicht (wie auch) dass es dem Profi ja garnicht um Gesundheit geht ;)

    Mittlerweile zeigen wohl auch Studien, dass Rückenschmerzen - besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule - durch kleinste Schädigungen der Faszien verursacht werden können. Haarrisse usw. Auch die entstehen wiederum nur, wenn die Strukturen fest und unflexibel sind. Ursache - zuwenig Bewegen oder falsch Bewegen.

    Ein Aspekt, der (erwartungsgemäß) im Artikel zu kurz kommt. Erstaunlich, wie solche Themen mit ein wenig Senmotic im Alltag überhaupt nicht aufkommen :)

    Um es mal mit Obama zu sagen "Change" :)

    Grüße aus Düsselorf

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  2. Hallo Herr Beckmann,

    man sollte nicht nur die Ärzteschaft differenziert sehen sondern auch den Sport. Vielleicht sollte man das Wort Sport, wenn Sie diese Begrifflichkeit stört, durch Bewegung, denn nichts anderes ist Sport, ersetzen. Und Bewegung tut gut. Besonders Laufen. Das hatte damals keinen Freizeitcharakter sondern wurde der Spezies Mensch in die Wiege gelegt, um zu überleben. Im Wettkampf mit den Tieren oder Feinden. Insofern stimmt Ihre Aussage das Bewegung auch Wettkampfcharakter hat. Warum sollte dann diese Art von Bewegung heute falsch sein. Jede Bewegung, wenn sie denn falsch ausgeführt oder einseitig praktiziert wird, ist schädlich für den Bewegungsapparat. Bei dem einen früher, beim anderen später. Unsere Vorfahren mußten aber nicht nur gut laufen können. Klettern, kriechen, schleichen, schwimmen, springen etc. waren sicher auch Bewegungen, die er beherrschen mußte. Will sagen, dass der heutige Mensch kreativ,intelligent und vielseitig Bewegungen ausführen sollte. Heute kann man das Training nennen. Eine intuitive Intelligenz besitzen heute die Kinder...noch. Was Erwachsene längst "verlernt" haben ist für Kinder im Spielalter selbstverständlich. Eben spielerisch viel Bewegung und möglichst vielseitig seinen Körper fordern. Große Maschinenparks, an denen meist isoliert nur ein Muskel trainiert wird, braucht kaum einer von uns. Ebenso wenig Fitnesstrainer die mir vogeben wie oft, wie lange, wie intensiv und was ich trainieren soll oder muss. Das Wichtigste, finde ich, an Sport oder eben Bewegung ist...es sollte, ja es muss Spass machen. Sonst entwickelt sich über die "unfreiwillige" Bewegung psychischer Stress. Der ist bekanntlich auch für Rückenschmerzen mit verantwortlich.
    Wenn ich nach 8 Stunden Büro abends im Wald laufe, ohne Wettkampfgedanken, kann ich den dort aufgebauten Stress hervoragend abbauen. Wenn ich dann zum laufen noch ein wenig ins Functional Training gehe, dazu gehört z.B. auch der Klimmzug, dann geht das schon in die richtige Richtung.
    Bevor ich einem "Gott in Weiß" erlaube an mir herumzuschnibbeln, schöpfe ich eigeninitiativ erst einmal alle Möglichkeiten aus, ein umfassendes Bild meines Körpers, meiner Beschwerden und den Möglichkeiten daraus zu bekommen. Mir erzählt kein Arzt mehr...das ist Verschleiß, das ist altersbedingt, damit müssen sie leben, da kann man nichts mehr machen, ich habe da ein gutes Medikament und und und. Sorry, wer das mit sich machen lässt, darf hinterher auch nicht zu laut rufen. Aber es gibt auch genug (Physio)therapeuten, die vor Fortbildungen nur so strotzen, in der Praxis aber vieles vermissen lassen. Das ganze System ist starr und verkrustet. Wie war das noch mit Angebot und Nachfrage? Solange der Patient, Kunde oder Endverbraucher nicht seinen Mund aufmacht, hinterfragt, kritisch ist, wird sich so schnell nichts ändern. Warum auch.

    Grüße aus Bonn

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  3. Hallo Herr K,
    vielen Dank für das Feedback. Meine Idee von "Sport" ist sicher durch die Gedanken des homo ludens und Johan Huizinga beeinflußt. Es ist gleichermaßen schön, wenn Sie sich vielfältig bewegen und das für sich als Sport bezeichnen. Leider sehe ich Sport bei vielen Menschen anders definiert. Denn die machen nicht viele Sachen und nutzen den Körper abwechslungsreich sondern gehen einem einzigen Hobby nach (als Beispiel). Und diese Sportarten sind nicht per se "gesund". Squash als schönes Beispiel ist ein Sport, der vielen Menschen viel Spass mit den Knien gebracht hat. Rudern ist dann und wann sicher nett aber als regelmäßiger Sport (und leider orientieren sich die meisten Menschen an Zeiten und "benchmarks") für die Schultern nicht das gelbe vom Ei. Mal als Extrembeispiel ist Buckelpistefahren sicher auch ein Sport aber....naja das Ding mit den Knien und der allgemeinen Verletzungsanfälligkeit. Diese Liste kann ich beliebig weiterführen bis zum beliebten Amateur- und Hobbyfußball, der -genauso Handball oder Volleball, für volle Auftragsbücher bei der medizinischen Zunft sorgt. Natürlich mussten unsere Vorfahren Klettern, Laufen, Schwimmen usw. aber mussten sie gleich auf einen Triathlon trainieren? Ich glaube kaum dass das Nahrungsangebot schon so reichhaltig war täglich 2 Stunden mit Training zu verplempern :) Man (und Frau auch) hat "gemacht" aber in der Intensität? Auch die viel zitierte Hetzjagt in der Kalahari geht nicht über eine Marathon Strecke. Sie verstehen worauf ich hinaus will. Und manchmal ist auch die Frage, ob etwas gesund ist, nur weil ich es aus Überlebenswillen machen musste. SIE und Ich können vielleicht differenzieren und haben ein anderes Verständnis von Sport indem wir es mit Bewegen gleichsetzen und dabei auf Funktionalität achten. 95 % der Menschen da draussen haben davon aber überhaupt keine Ahnung und kein Gespür oder Gehör für ihren Körper. Wie könnte es anders sein, dass ich immer wieder extrem übergewichtige Menschen mit krummen Beinen beim Joggen sehe. All diesen Leuten verkauft man einen trendigen neuen Sport, sagt es ist gesund und dann wird es gemacht. Wer von diesen Leuten soll denn beurteilen ob das funktional ist? ;) Der Trendentwickler? Zigaretten wurden auch einmal als sanft für den Hals und gut für die Stimme von gekauften Opernsängern angeprisen obwohl die Hersteller Hustenreiz und Schleimbildung schon als Auswirkung kannten :) Erwarten Sie von der Sportindustrie da wirklich mehr Ehrlichkeit wenn man ein neues Produkt oder einen trend verkaufen will? ;)

    Sicher muss man die Medizinerkaste sehr differenziert betrachten und auch zwischen Pävention und Symptombehandlung unterscheiden. In der Masse ist aber unser "Gesundheitssystem" ein "Krankheitssystem" und ist bei Themen wie gesund Bewegen und gesund Leben recht dünn besetzt. Irgendwann schreibe ich mal ein Buch über die Storys, die ich von meinen Klienten so höre :) Da zieht es einem echt die Schuhe aus.

    Grüße aus Düsseldorf

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  4. Hallo Herr Beckmann,

    vielen Dank für den Hinweis auf den homo ludens bzw. Johan Huizinga. Ich habe mal ein wenig recherchiert und es ist sicher lohnenswert sich diesem Thema einmal anzunähern. Man lernt halt nie aus. Ich selber habe auch schon haarsträubende Begegnungen mit Ärzten insbesondere mit Orthopäden gehabt. Ein Beispiel. Wenn ich einem Orthopäden erst einmal erklären muss, dass es einen Quadratus Lumborum gibt, wo sich dieser befindet und was dieser Muskel für die Rumpf-Beckenstabilität bedeutet, dann packe ich dort ganz schnell meine Sachen und dieser Arzt sieht mich nie wieder. So geschehen. Noch ein Beispiel. Ein befreundeter Sportler ging zum Orthopäden mit LWS-Beschwerden, wies auf seine völlig verhärteten Oberschenkel und Waden hin. Es fand noch nich einmal eine körperliche Untersuchung statt, bzw. der Arzt tastete noch nicht einmal die Muskulatur ab. Statt dessen kamen Angebote wie Rückenschule auf eigene Kosten. Darin sollte vermittelt werden, wie ich z.B. einen Kasten Wasser richtig hebe und trage. Es wurde eine 3D-Vermessung der Wirbelsäule vorgeschlagen.Natürlich auch auf eigene Kosten. Noch ein Beispiel. Mit Hinweis auf eine Beinlängendifferenz und Beckenverwringung und damit verbundenen Rückenbeschwerden verschrieb der Orthopäde einen Fersenkeil für das "kürzere" Bein. Die Höhe des Keils: 25 mm. Das wars. Ach so, es wurde noch ein "Flugblatt" ausgehändigt in dem 3 verschiedene Dehnübungen in grausiger Beschreibung vorgeschlagen wurden. Tolle Diagnosen bzw. Behandlungspläne. Leider muss ich Ihnen Recht geben. Innovative und für alternative Heilmethoden offene Mediziner gibt es kaum. Ich habe ja nichts gegen Geld verdienen. Aber dann muss auch etwas konstruktives kommen und keine BlaBla welches ich an jeder Ecke irgendwo in einem drittklassigen Klatschblatt lesen kann. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich auch ab und zu einen Triathlon mache. Weiter muss ich gestehen, dass ich auch viele Jahre einseitig und mehr oder weniger stupide trainiert habe. Eigentlich müsste es ihr Behandlungskonzept auf Rezept geben um dafür weniger OP´s an Bandscheiben oder für künstliche Gelenke samt anschließender Kur ausgeben zu müssen. Wenn ich aber unseren Gesundheitsminister, Herrn Bahr, in verschiedenen Diskussionssendungen so höre...
    Das von mir angesprochene Functional Training hat übrigens auch den Touch eines neuen Trends und mal sollte hier ebensfalls kritisch sein. Ich kann mich nur wiederholen. Eigeninitiative und sich informieren gehört dazu denn es gibt aus dieser Fülle von Übungen und Hilfsmitteln nicht nur hilfreiche Dinge.
    Mich können Sie schon mal vormerken für Ihr zukünftiges Buch ;-)

    LG aus Bonn

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  5. 1. Faltblatt für Wasserkasten heben finde ich gut... machen nämlich fast alle falsch. ;-)

    2. Faltblatt für gesunde Ernährung finde ich auch gut... machen nämlich auch fast alle falsch.

    3. Faltblatt mit einer Anleitung zum selbständigen Denken finde ich auch gut... können viele nämlich nicht.

    Mit diesen drei Faltblättern kommt man dann ganz gut durch sein Leben. ;-)

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